Pflegestellen gesucht!

Pflegestelle gr Was bedeutet "Pflegestelle" und wie können Sie helfen?

Wir suchen ständig geeignete Pflegestellen, die einen Hund bis zur endgültigen Vermittlung in ihr Zuhause aufnehmen möchten.

Erfahrene, kompetente Pflegestellen sind ein wichtiger Baustein im Auslandstierschutz. Sie stellen ein Bindeglied, zwischen der Unterbringung des Hundes in Rumänien (Tierheim, Kettenhaltung, Pflegestelle in Garten-/Zwingerhaltung etc.), und einem völlig anderen Leben in Deutschland dar. Häufig sind Sie der erste Mensch, der dem Hund ernsthaft Zeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, und uns wertvolle Informationen für eine passende Vermittlung des Hundes liefern kann.

Pflegestellen nehmen Hunde in ihrer häusliche Gemeinschaft auf, gewöhnen sie an für uns alltägliche, für die Hunde aber meist völlig unbekannte Situationen, wie zum Beispiel

  • im Haushalt: Stubenreinheit, Treppen laufen, Haushaltsgeräusche (TV, Staubsauger), Übertreten von Türschwellen etc....
  • draußen: Auto fahren, an der Leine/Schleppleine laufen, Umweltreize, Tiere...
  • Alleine bleiben, ruhig warten
  • Umgang mit Kindern (Hat der Hund schlechte Erfahrungen gemacht? Wie reagiert er auf Kinder? Springt er sie evtl. übermütig an?)
  • Umgang mit Artgenossen (Futterneid?), ggf. Kennenlernen und "Umgang" mit artfremden Tieren (Pferde, Katzen, Kleintiere.. )

Inverstieren Sie Zeit, wie sie es bei einem Welpen machen würden. Zeigen Sie ihm die Welt! Sie lernen das Tier in diesen Situationen kennen und können dadurch seine Vorlieben, Abneigungen und Verhaltensweisen, seine Stärken und Schwächen einschätzen und so dem späteren Besitzer für eine gemeinsame Zukunft wichtige Informationen mit auf den Weg geben. Deswegen würden wir uns auch einen engen, auch über eine endgütige Vermittlung des Tieres hinaus gehenden Kontakt zwischen uns, den Pflegestellen und den endgültigen Besitzern, wünschen.

 

Checklist gr Wie wird man Pflegestelle?

1. Selbstauskunft: Nach erster Kontaktaufnahme bitten wir Sie unseren Interessentenbogen auszufüllen.

2. Vorkontrolle: Wir organisieren und führen eine Vorkontrolle bei Ihnen durch, um Sie persönlich kennenlernen zu können. Dabei wird sicher keiner in Ihren Schränken wühlen. Vielmehr geht es darum letzte Fragen zu besprechen, zu klären ob Sie auch wissen auf was sie sich einlassen, und zuletzt natürlich auch um sicher zu gehen, dass es der ausgewählte Plegehund bei Ihnen gut haben wird.

3. Pflegestellenvertrag: Steht dem Umzug des Pflegehundes nach der Vorkontrolle nichts mehr im Wege, schließen wir mir Ihnen einen Pflegestellenvertrag ab, der Rechten und Pflichten regelt.

4. Einreisekosten: Die anfallenden Transportkosten liegen je nach Projektstandort und Hund zwischen 115 und 150€ und werden durch den Verein getragen.
Bei Pflegestellen mit Bleibeoption (wenn eine mögliche Adoption konkret im Raum steht und der Hund von uns nicht zur Vermittlung beworben wird) bitten wir VOR dem Transport um eine Anzahlung der späteren Schutzgebühr in Höhe der anfallenden Transportkosten.

5. Transport: Wir nutzen für die Einfuhr unserer Hunde Traces-zertifizierte, gewerbliche, externe Transportdienstleister. Gehen Sie bitte davon aus, dass nach der Entscheidung "Pflegehund kann kommen" noch gut 4 Wochen ins Land ziehen können, bis der Hund tatsächlich auf dem Weg zu Ihnen ist. Oft sind uns selbst die konkreten Transporttermine erst 2 Wochen im Vorraus, die geschätzen Ankunftszeiten erst am Freitag des Transportwochenendes bekannt. Selbstverständlich stimmen wir den Termin so bald wie möglich mit Ihnen ab, letztendlich obliegt die Strecken- und Tourplanung aber den Transportunternehmen, nach denen wir uns richten müssen. Bitte bedenke Sie auch, dass je nach Tourplanung der Hund nicht bis an Ihre Haustüre gebracht werden kann, und Sie dem Transport ggf. ein Stück entgegen fahren müssen. Sollte es sich einrichten lassen wird ein Mitglied den Hund vom Transporter entgegen nehmen, und zu Ihnen nach Hause bringen.

Am Ankunftswochenende müssen Sie bitte an beiden Tagen zeitlich fexibel sein, da sich geplante Ankunftszeiten auf der langen Strecke IMMER durch Stau und Witterungseinflüsse gravierend verschieben können.

6. Beschreibung: Wir sind für die weitere Vermittlung dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen, deswegen bitten wir Sie zeitnah nach dem Einzug eine kleine Beschreibung zu Pflegehund zu verfassen bzw. einen Bericht darüber zu schreiben, wie er sich die ersten Tage zuhause verhalten hat. GUTE, scharfe Fotos (gerne auch kurze Videoclips) sind dabei sehr hilfreich. Bitte informieren Sie uns zeitnah und regelmäßig über (gesundheitliche, Wesens-) Veränderungen oder auch (Lern-)Fortschritte, damit wir bei Anfragen stets auf dem Laufenden sind und geeignete Interessenten weiterleiten können. Ihre Informationen & Berichte zur Veröffentlichung senden Sie bitte an Beatrice Skazel.

7. Vermittlung: Gibt es potentielle Interessenten, leiten wir diese direkt an Sie weiter. Rechnen Sie bitte damit, dass Sie Leute besuchen werden um Ihren Pflegehund kennenlernen zu können. Evtl. sind auch Ihrerseits Besuche mit dem Pflegehund bei den Interessenten erforderlich.
Eine Übergabe an die zukünftige Familie findet nur nach Vorkontrolle, unter Schutzvertrag, nach unserer Zustimmung und NACH ÜBERWEISUNG der Schutzgebühr auf unser Konto statt [=keine Barzahlung der Schutzgebühr an die Pflegestelle, da wir damit leider schlechte Erfahrungen machen mussten!!].

Ist der Hund in sein neues Zuhause gezogen, heißt es für viele Pflegeeltern Tränchen abwischen, durchschnaufen, vielleicht gönnt man sich und seinem eigenen Rudel auch erstmal eine Pause, aber für viele ist der erste Pflegehund nicht der letzte und es folgt wieder ein nächster. :)

 

Geld gr  Wer zahlt was?

In der Tierschutzwelt sind für Pflegestellen die verschiedenster "Finanzierungsmodelle" verbreitet, deswegen möchten wir von vornherein klar Stellung beziehen, welche Kosten WIR für Pflegehunde tragen, und welche nicht getragen werden können.

Kostenübernahme durch den Verein

  • Einreisekosten (abweichend bei Pflegestelle mit Bleibeoption)
  • Haftpflichtversicherung des Pflegehundes
  • Tierarztkosten, wir bitten aber -außer in lebensbedrohlichen Situationen- mit uns vor dem TA-Besuch Kontakt aufzunehmen

Kostenübernahme durch die Pflegestelle

  • Futterkosten
  • Hundesteuer, sofern die in der betreffenden Kommune für Pflegehunde erhoben wird (oft werden 3-6 Monate ohne Steuererhebung toleriert. Es obliegt der Pflegestelle den Hund der zuständigen Behörde zu melden.)

Was wir beim besten Willen auch nicht bezahlen können (aber das wurde konkret glücklicherweise auch noch nie nachgefragt), sind Aufwandsentschädigungen für Zeit beim Tierarzt, Telefonkosten, Spritkosten etc., oder eine Ausstattung für den Pflegehund wie Hundekörbchen, Leinen, Bürsten usw. Sollte auf der Pflegestelle tatsächlich an Ausrüstung etwas fehlen, sprechen Sie uns bitte an. Ggf. können wir aus dem Sachspendenfundus etwas Passendes zur Verfügung stellen.

 

Achtung gr swWichtige Worte zum Schluss...!

Bitte seien Sich sich darüber wirklich im Klaren,

  • dass ein Pflegehund möglicherweise auch länger bei Ihnen bleiben muss, wenn es nicht gleich einen passenden Interessenten gibt. Ein halbes Jahr oder mehr ist durchaus keine Seltenheit, was bei Urlaubsreisen oder auch geplanen Krankenhausaufenthalten berücksichtigt werden muss! Leider KANN es auch vorkommen, dass erst in Deutschland Eigenschaften, Verhaltensweisen, oder gesundheitliche Beeinträchtigungen zu Tage treten, die überraschend eine zügige Vermittlung erschweren können (eine spontan passierte, langwierigere Bänderzerrung kann da schon genügen).
  • dass Sie zumindest anfangs die Möglichkeit haben müssen sich Ihre Zeit relativ frei einzuteilen, um sich ggf. nach dem Hund und seinen "Problemen" richten zu können, da der Hund möglicherweise eben nicht spontan stundenweise oder gar länger zuhause bleiben kann ohne die Wohnung umzudekorieren, oder die Nachbarn lautstark über Ihre Abwesenheit in Kenntnis zu setzen.

Das Umsetzen der Pflegehunde in eine andere Pflegestelle bedeutet für die Tiere ungeheuren Stress, und stellt nicht zuletzt auch uns vor große Probleme, weshalb dieses wirklich nur im äußersten Notfall erforderlich werden sollte.

 

Wer hilft wenn Fragen oder Probleme auftauchen?

Sollten Sie Schwierigkeiten irgendwelcher Art mit ihrem Pflegehund haben, sind wir jederzeit als Ansprechpartner zu erreichen. Wir lassen Sie nicht im Regen stehen!

 

Herz PfoteWeshalb Sie es trotzdem tun sollten, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben...

  • weil Sie nicht nur einem Hund ein Sprungbrett in die neue Welt bieten, sondern mindestens einem Nachrücker in Rumänien damit das Leben retten
  • weil damit den Tierschützern vor Ort unmittelbar helfen weiter Notfälle aufnehmen zu können und damit ein Stück Hoffnung und Zuversicht vermitteln "weiter zu machen".
  • weil eine große Mehrheit der adoptionswilligen Hundehalter ihren zukunftigen Vierbeiner vorher kennenlernen will, oder aus verschiedenen Begleitumständen muss (vorhandene Ersthunde, kleinere Kindern etc.). Aufgrund dieser Tatsache könnten wesentlich mehr Hunde in ein schönes Zuhause vermittelt werden, wenn wir mehr Pflegestellen in Deutschland hätten.
  • weil es ein ganz wunderbares Erlebnis ist diesen Hunden beim Entdecken und Lernen zuzuschauen :)

 

Sie haben bis hierhin gelesen und immer noch Interesse? Bitte melden Sie sich bei uns.
Wir freuen uns auf Sie!